
Von der Feuerwehrkapelle mit "Danz op de Deel" zu Sinfonieorchestern in Scheunen und Ställen. Und: Von Birnen, Bohnen und Speck zu Hummer und Steinbutt in zwei Saucen. Parallel zum Schleswig-Holstein Musik Festival wollte Deutschlands nördlichstes Bundesland 1986 auch kulinarisch ganz nach oben. 20 Jahren später: Geschafft! Die Sterneköche Jörg Müller auf Sylt und Fritz Schilling waren Vorreiter, heute sind aus vielen Landgasthöfen Gourmettempel geworden. Dass sich das geändert hat, daran hat das Schleswig-Holstein Gourmet Festival großen Anteil.
„Schleswig-Holstein isst lecker!“
heißt folgerichtig ein neues Buch. Das Jubiläum 20 Jahre Schleswig-Holstein Gourmet Festival haben die Journalistinnen Sabine Lietz aus Kiel und Susanne Plaß aus Hamburg zum Anlass genommen, die Erfolgsstory in einem Bildband zu dokumentieren und die Leser auf eine kulinarische Rundreise durch das Land, die Küche und seine besten Häuser mitzunehmen. Sie haben das Festival von früh an begleitet und die Entwicklung hautnah mitbekommen. Die Fotos stammen zumeist von Peter Voß, der als NDR Kameramann von Anfang an hinter die Kulissen bzw. in die Küchen des Gourmet-Festivals schauen konnte.
20 Jahre Schleswig-Holstein Gourmet Festival - das sind Anekdoten und Rezepte, Tipps und Fotos, das sind Geschichten über Köche, Küchen und Konzepte, aber auch über Kräuter, Kohl und Kartoffeln. Eben über alles, was Schleswig-Holstein für den Gaumen Leckeres zu bieten hat. Der Leser erhält nicht nur Einblick in die teilnehmenden Häuser des Gourmet-Festivals, sondern erfährt auch einiges über deren Besitzer und Köche. Tischgespräche wurden u. a. geführt mit Peter Harry Carstensen, der über seine kulinarischen Vorlieben und Erlebnisse - sowohl privat als auch im Amt des Ministerpräsidenten - berichtet. Oder beim Fachsimpeln zwischen Heinz Wehmann und Thomas Martin, die über die kulinarische Entwicklung des Festivals und seinen Einfluss auf die norddeutsche Küche diskutieren.
„1986 war die Nouvelle Cuisine gerade angesagt und alle haben sie gekocht. Heute hat jeder Gastkoch seinen eigenen Stil – das ist super spannend“, sagt Thomas Martin und sein Kollege Heinz Wehmann ergänzt: „Manchmal waren es Abenteuerurlaube in den unterschiedlichen Küchen der Mitgliedsbetriebe.“
„In der Gastronomie kann nur einer das sagen haben, und bei uns auf den Inseln sind das die Frauen“, sagt Angelika Hesse vom Hotel Seeblick auf Amrum.
Das Buch möchte kein Kochbuch sein, sondern den Leser mitnehmen auf eine interessante und kurzweilige kulinarische Zeitreise der letzten 20 Jahre im Land der Horizonte. Es wird dabei immer auch rechts und links des Weges von den 19 Mitgliedern der Kooperation Gastliches Wikingland e.V. geschaut. Das Buch ist wie ein großes Menü gegliedert, dementsprechend erinnert das Inhaltsverzeichnis an eine Speisenkarte: Apèritif, Amuse bouche, Vorspeise, Fischgang, Zwischengang, Sorbet, Hauptgang, Dessert, Kaffee und Kuchen.
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